Australien

 
Tourbericht Perth und South Western Australia
Sonntag:

Wie bereits erwähnt, bin ich am Sonntag mit Virginblue Flight DJ 289 von Melbourne nach Perth geflogen, um dort Alexis zu besuchen, der sich am Ende von zwei Auslandssemestern befindet. Er hat mich in Perth am Flughafen abgeholt und wir sind zum Fahrradladen gefahren, in dem er und Seth (US-Amerikaner) die Sonntagsschicht geschoben und Kunden betreut haben. Netterweise durfte ich mir ein Fahrrad ausborgen und habe somit Perth aus der gewohnten Perspektive eines Vielfahrers begutachten können. Verkehrstechnisch geht es dort eher in die Auto-Richtung, d.h. weniger Radwege im Vergleich zu Melbourne und viel Verkehr unterwegs. Es stellte sich schon als schwierig heraus, vom Fahrradladen in die Innenstadt zu gelangen, ohne auf dem Freeway zu landen. Der Central Business District (Innenstadt) an sich ist natürlich kleiner als der von Melbourne, aber die ganze Stadt liegt recht idyllisch an der Westküste Australiens sowie am Swan River und besitzt kilometerlange perfekte Sandstrände (siehe Bilder). Ungefähr fünf Minuten und einen steilen Aufstieg vom Zentrum entfernt liegt der Kings Park, ein 400ha großes Areal, das ungefähr die originale Vegetation darstellt, an deren Stelle sich nun die Stadt befindet; 270ha des Parks sind Buschland. Gegen Abend waren wir noch in Fremantle, wo gerade ein Festival stattfand und viel Livemusik zu hören und zu sehen war.

Montag:

Gegen 10:00 hatten wir alle Sachen gepackt und haben uns auf unseren Road Trip gen Süden begeben. Wir hatten keinen richtigen Plan, nur die Idee, ins "Tal der Giganten" zu fahren und dort den Treetopwalk durchzuziehen. Seth kannte sich in der Gegend gut aus und hat über die ganze Zeit den Führer gespielt. Beim Lebensmitteleinkauf hatten wir uns leicht verschätzt, drei Männer unter dreißig vertilgen scheinbar unendliche Mengen an Essen, sodaß wir bald wieder einkaufen mußten. Junk Food gibt es en masse, die amerikanischen Botschaften wie KFC, McDonald's, Burger King (aka Hungry Jack's) waren allgegenwärtig und stark frequentiert. Während der Fahrt hab ich unter anderem Fotos von zwei vorbeifahrenden Mädels geschossen, die ständig auf derselben Höhe gefahren sind und zweideutige Bewegungen und Blicke herübergeworfen haben. Das Teleobjektiv meiner Kamera hat sie scheinbar so beeindruckt, daß sie mit gezücktem Mittelfinger davongefahren sind :-) Wir mußten das Erlebnis aber erstmal lachenderweise verdauen. Nach ca. 500km waren wir im Süden angekommen, kurz nachdem der Treetopwalk seine Pforten geschlossen hatte. Wir haben noch auf eigene Faust die Wälder dort erkundet und sind gegen Abend auf einem verschlafenen und leeren Campingplatz namens 'Peaceful Bay' gestrandet, haben dort die Zelte aufgeschlagen, Nudeln gekocht und Moskitos (aka Mücken) verscheucht. Der Sternenhimmel dort ist Wahnsinn, mangels Licht- und Luftverschmutzung sind einfach viel mehr Sterne sichtbar als in Mitteleuropa.

Dienstag:

Beim Sonnenaufgang war es ca. 04:30 Uhr, Weiterschlafen schwierig. Wieder gegen 10:00 Uhr sind wir aufgebrochen und haben uns den Treetopwalk und den Rest der riesigen Bäume im Tal der Giganten angeschaut. Wer einen Eindruck von der Gegend bekommen möchte, sollte sich 'Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter' anschauen, die Perspektive vom Boden aus und die Bewaldung sind sehr ähnlich, nur die Ewoks sowie die Kampf-Vehikel fehlen. Die Höhe und der majestätische Wuchs der Bäume (lange, dicke, hohe Stämme, kaum Verjüngung nach oben, kaum Verzweigungen, aber riesige Baumkronen) sind einfach nur beeindruckend und auf Bildern schlecht einzufangen.
Auf der Fahrt parallel zur Südküste sind wir noch an diversen Wald-Sehenswürdigkeiten vorbeigekommen, unter anderem am Gloucester Tree: Ebenfalls ein riesiger Baum (61m hoch), in den, spiralförmig aufsteigend, im Abstand von ca. 40cm Stahlstäbe eingearbeitet wurden, auf denen man kletternd die volle Höhe erklimmen kann. Es hat einige Überwindung gekostet, ohne Netz und Sicherungsseil dort hochzuklettern, aber es war die Anstrengung wert. Oben angekommen hatten wir einen wunderschönen Blick über den Rest des Waldes (wenn auch als ein grünes dichtes Dach) und einen beängstigenden Blick nach unten. Weitere Leute, die oben ankamen, hatten ungefähr dieselben Gefühle beim Klettern, was sich wohl am besten mit 'What the f*ck?' beschreiben läßt. Ich kann mir, in Übereinstimmung mit den anderen Europäern, kaum vorstellen, daß eine solche Kletterpartie, die einem Eigenverantwortung für sich, aber auch eine enorme Freiheit gibt, in Europa möglich wäre.
Auf dem Weg zum Zeltplatz in Augusta haben wir im Wald noch ein paar Känguruhs gesehen, bevor wir auf einem ebenfalls recht verlassenen Campingplatz die Zelte aufgeschlagen und übernachtet haben. Es gab wieder Nudeln :-)

Mittwoch:

Wie bereits erwähnt, war es recht früh, als die Sonne aufging, sodaß ich die Gelegenheit genutzt habe, um an der südwestlichen Ecke vom Kontinent im Südmeer bzw. Indischen Ozean baden zu gehen. Frostig, salzig, das Übliche halt, was soll man auch groß vom Meer erwarten? Zwei Stunden hab ich noch in der Morgensonne mit den Felsen gekuschelt und rumgeträumt und irgendwann sind die beiden dann auch aus den Zelten gekrochen.
Vor der Abfahrt haben wir noch Eis für die Kühlbox geholt und ich hab den üblichen Spruch gekriegt, als ich das Bier elegant und schnell in selbiger verstaut habe: 'For someone who doesn't drink it looks like you know the hell what you're doing.' Der Spruch kam fast wie auf Knopfdruck, ich hatte schon damit gerechnet. Da es Richtung Westen und Süden nicht mehr weiterging, führte uns der Weg jetzt an der Küste entlang Richtung Norden, durch einige verschlafene Dörfer; unter anderem kamen wir durch das Surferparadies Margaret River, reichlich überfüllt und belebt. In der Nähe von Quindalup sind wir um den Leuchtturm gewandert und haben tatsächlich einige Buckelwale vor der Küste ihre Runden ziehen sehen, mit den üblichen Sprüngen und wiederum beeindruckend.
Die Gegend scheint für ihre Weinkeller und Brauereien berühmt-berüchtigt zu sein, gegen Mittag sind wir in einer Brauerei (Bootleg Brewery) eingekehrt und auch dort kam der erwartete Spruch von Seth: 'Bad that we didn't put you on the car as you're the one who doesn't drink here' :-) Die Fahrt ging weiter bis nach Perth, von Sonne und anderen Strapazen gezeichnet war der Mittwoch sogut wie gelaufen. Die Fliegen sind hier übrigens dermaßen aufdringlich; das erlebt man sonst nichtmal in der Nähe eines Kuhstalls.

Donnerstag:

Erstmal war Ausschlafen angesagt. Seth mußte arbeiten und Alexis ist mit mir ein paar Runden durch und um Perth gefahren. Unter anderem waren wir in einem Aquarium und haben uns die ganze Unterwasserwelt vor Ort angesehen. Auch hier wieder der Verweis auf einen Film: 'Findet Nemo' stellt die Fische recht gut dar, die Farben im Film sind keineswegs übertrieben. Haie aus dreißig Zentimeter Entfernung hinter Acrylglas sind auch sehr interessant :-)
Habe ich schon erwähnt, daß die Sandstrände um Perth zu den schönsten der Welt gehören? Vermutlich nicht, aber es ist tatsächlich der Fall. Kilometerweit in beide Richtungen nichts als Sandstrand, blaugrünes klares Wasser und Sonne, wie bei 'Baywatch', nur total leer.
Abends waren wir noch zum Essen eingeladen, lecker Indische Gerichte, von denen ich nicht genau weiß, was drin war. Und frische Chilischoten, die ich in Zukunft mit Respekt behandeln werde, es hat zwei Liter O-Saft verteilt über eine halbe Stunde gebraucht, um meine Zunge wieder auf gefühlte Normaltemperatur herunterzukühlen. Rückflug war gegen 23:30 Uhr, Virginblue DJ 298, sogar mit freien Plätzen. Frühmorgens war ich dann wieder in Melbourne und von den 3h Zeitverschiebung gezeichnet.

Kostenpunkt gesamt: 450 EUR, inkl. Auto, Tanken, Essen, Flug und Eintrittsgeldern.
Beeindruckungsfaktor: hoch
Spaßfaktor: hoch

Um die Größe des Landes nochmal zu veranschaulichen, hier ein Landkartenausschnitt:

Der große Pfeil kennzeichnet das 'Tal der Giganten' mit dem Treetopwalk, die anderen beiden Pfeile die jeweiligen Zeltplätze. Zum Größenvergleich rechts oben der komplette Kontinent, eingezeichnet der Kartenausschnitt. Melbourne liegt ungefähr bei dem 't' in 'Victoria'. Wir sind an den drei Tagen ca. 1400km gefahren und das war nur die kleine Ecke von Australien!

I don't know if I'll ever be going to translate this report into English. Suffice to say that it was a really great trip, well worth the money spent and forcefully demonstrating the size of this beautiful continent.
 
Zurück aus Perth
Bilder vom Road Trip in den Südwesten Australiens sind online. Ein wohlformulierter Reisebericht folgt am Wochenende.

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