Australien

 
Freitag der 12. oder Freitag der 13. ?
Also der Tag ging ja eigentlich noch, hab doch noch Roggenmehl auftreiben koennen, hab mir noch ein Fahrrad ausleihen koennen, so dass ich wieder mobil bin und habe ganz erfreut vorhin bei Safeway die Bilder in Empfang genommen. Pustekuchen, zuhause guck ich in die Tuete rein und finde 24 Bilder von Leuten, die ich gar nicht kenne :-( Da haben die bei Kodak wohl logistisch was vertauscht und jemand anders bekommt jetzt meine Superqualitaets-Landschaftsaufnahmen. Natuerlich hab ich die Bilder gleich in den Laden zurueckgebracht, mich beschwert und kann jetzt abwarten, bis ich einen Anruf von Safeway bekomme, dass die Bilder da sind. Zu allem Ueberfluss hat das Wetter dann innerhalb dieser fuenf Beschwerdeminuten so gedreht, dass es jetzt wolkenbruchartig regnet und der Tagesabschluss einfach nur besch** ist. Den Tag koennte man ruhig streichen.
 
...und die Fahrradreparatur
Der Quick-Power-On-Self-Test nach dem Aufstehen verlief erfolgreich, keine Schmerzen, keine Blessuren, wirklich nur Sachschaden am Fahrradhinterrad.

Das Fahrrad hab ich gleich heute früh zum Fahrradladen geschleppt, mir einen Kostenvoranschlag machen lassen, der sich mit Schnellspanner und Montage auf $100 belaeuft und kann das Fahrrad vermutlich am Dienstag wieder abholen. Es waren leider keine Hinterraeder in der gewuenschten Qualitaet verfuegbar :-)

Natuerlich musste ich dann irgendwie zur Uni kommen, also Strassenbahn fahren. Zu allem Ueberfluss ist letzte Nacht eine Papierfabrik abgebrannt, an der ich sonst jeden Tag vorbeifahre. Heute vormittag waren noch Loescharbeiten, so dass selbstverstaendlich keine Strassenbahn fuhr. Die 4,8km zur Uni koennen zu Fuss ganz schoen lang werden, noch dazu, wenn schoenstes Fahrradwetter ist. *grmpf*

Murphy's Law in Reinform: das Roggenmehl beim Queen-Victoria-Market war natuerlich auch alle, kann ich den schoenen Sauerteig heute abend auch nicht backen. Ist heute eigentlich Freitag der 13.?
 
Der erste Fahrradunfall
So, auf dem Nachhauseweg von einem coolen Trivial-Pursuit-Spiel in einer entfernten Kneipe hat mich gerade ein unvorsichtiger Autofahrer kurz vor zuhause abgeschossen. Ich fahre gemuetlich auf dem Radweg, ploetzlich quietscht es hinter mir schrecklich laut (hat geregnet, feuchte Strasse) und ein paar Gedankensekunden spaeter kracht der mit >40km/h in mich rein. Aber nach sieben Kilometern Strecke bin ich so warmgefahren, dass ich mir dabei nix getan habe, nichts gezerrt, keine Klamotten kaputt, nur das Hinterrad ist natuerlich ordentlich verbogen. Und mal ehrlich, wann kommt man schonmal dazu, auf dem Dach eines nigelnagelneuen superteuren Jaguar Sovereign 4.2l abzurollen? Auf den hat mich der Chinese (ja, schon wieder einer :-) naemlich geschoben. Das Dach ist zwar auch nur Stahlblech, aber fuer eine Landung gut geeignet.
Also nur Sachschaden, der sofort in bar nach meiner Schaetzung bezahlt wurde *g* $120 fuer einen kleinen Stunt ist doch gar nicht sooo schlecht. Kennzeichen EIW 531, falls mir doch noch was einfaellt. Das Hinterrad vom Fahrrad sieht jetzt so aus:


Ich fahr trotzdem weiter Fahrrad, die Vorteile ueberwiegen bei weitem die Gefahren...
 
Melbourne University = tierfreundlich
Wie man hier sieht, sind ständig größere Tiere im Büro zugegen. Diesmal war es ein Vogel in der Größe einer deutschen Standardamsel (gibt's da ne DIN für?), der partout immer durch eine Milchglasscheibe nach draußen wollte und daher manuell gerettet werden mußte.

Heute war mal wieder schönes Wetter, es wird langsam wärmer. Scheint wohl so, daß wir hier die ganze Wärme aus Deutschland klauen.


So sieht es beim BBQ im Innenhof aus.


Und so sieht das Resultat aus:
(3) vegetarische "Würstchen" (kann man essen, schmeckt nicht)
(2) vegetarische Burger (kann man essen, schmeckt)
(1) vegetarische Holzkohle in Stäbchenform (kann man weder essen noch schmeckt es)

Fotos vom Unigelände folgen demnächst.
 
Schon wieder zurück von der Great Ocean Road...
Leichter Fehler bei der Zeitberechnung, ich hatte die Zeitverschiebung in die falsche Richtung gedreht. Pünktlich zum deutschen Sonntagsfrühstück gibt es jetzt neue Bilder von meinem Wochenende auf/an der Great Ocean Road.


Abfahrt war Freitag nachmittag bzw. abends in Melbourne (1). Bis zum Beginn der Great Ocean Road bin ich noch gefahren, um dann dort auf einem Parkplatz im Auto zu übernachten (2). Sonnabend wurde ich von der Sonne geweckt, die dann allerdings fast den ganzen Tag sturmfrei hatte und sich nicht unter der Wolkendecke hervorgetraut hat; das hat mir sehr angenehmes Reisewetter und relativ unangenehmes (wenn auch kein schlechtes) Fotowetter beschert. Bis Warrnambool (3) bin ich gefahren, ungefähr alle drei Kilometer ausgestiegen, um Fotos oder Pause zu machen. Insgesamt ist die Great Ocean Road wirklich nicht lang, aber sehr abwechslungs- und erlebnisreich. Warrnambool war der Umkehrpunkt, von dort ging es mit der Abendsonne (die eigentlich geplant war) bis nach Johanna Beach (4) (abseits der GOR, acht Kilometer steile Schotterpiste bis zum Strand, leider nur Analogbilder von da) zum Übernachten, natürlich wieder im Auto. Heute ging es nach Sonnenaufgang wieder zurück nach Melbourne mit einigen Zwischenstops.

Detailbeschreibung einzelner Sehenswürdigkeiten:
Die Strecke zwischen Anglesea und Apollo Bay ist reichlich kurvig (gibt sogar Leute, die da mit einem Wohnmobil langfahren), ordentliche Straße, auf einer Seite steiler Berg nach oben, auf der anderen Straßenseite steiler Abhang nach unten zur Küste bzw. zum Strand. "Reichlich kurvig" bedeutet "angenehm zu fahren, wenn niemand weiter im Auto sitzt" :-) Leider hatte das Auto zwei Räder zuviel, um die Kurven richtig auskosten zu können. Für die Harzer Lokalmatadoren: der Kyffhäuser ist kurviger und macht "noch mehr" Spaß.
Zwischen Apollo Bay und Glenaire ging es durch den Otway Forest, eine Art Regenwald; war alles reichlich grün und verwuchert, auch hier haben mich viele Straßen an den Harz erinnert, nur daß dort andere Vegetation vorherrscht und die Straßen schmaler sind.
Der Rest der Strecke war mehr oder weniger "open land", viele saftiggrüne Wiesen, massenhaft Kühe, Schafe und anderes Nutzgetier drauf und auch viele Straßen, die nur geradeaus gehen.

Fahrtbericht Ford Falcon XT
Länge: fast fünf Meter
Breite: 1,90 Meter
Motor: Sechszylinder, 4,0l Hubraum, 250PS, Drehmoment 380Nm bei 3250rpm
Getriebe: 4-Gang-Automatik
Masse: 1,7t

Die obigen Daten habe ich gerade der Ford-Website entnommen :-) Wozu in aller Welt braucht man vier Liter Hubraum, wenn man sowieso nur maximal 120km/h fahren darf? Die meisten Leute schaukeln (nicht nur hier) jeden Tag ihren fetten Hintern, umhüllt von anderthalb Tonnen Stahl und Technik ein paar Kilometer zur Arbeit und zurück, obwohl sie mit dem Fahrrad viel schneller wären...
Nun gut: Das Auto fährt sich angenehm, ist für meine Verhältnisse und Fahrweise jedoch viel zu weich gefedert. Die mögliche Leistung habe ich nie abgerufen, der Hinterradantrieb hat jedoch auf kurviger Strecke den obligatorischen Handbremseinsatz zum Kurvenrutschen überflüssig gemacht. Einfach kurz den Gasfuß benutzt und schon übersteuert das Heck butterweich und gut dosierbar um die Kurven. Die Automatik war dagegen absolut saumäßig und spritfressend. Natürlich hat man bei der Motorleistung keine Schaltpausen bemerken können, aber die Übersetzung im Endgang war wirklich mangelhaft. Im Stadtverkehr ging der Verbrauch ganz fix auf 15l/100km hoch, auf der Landstraße bei 70-90km/h waren dann knapp unter 10l/100km zu erreichen. Als Schlafgelegenheit taugt die Limousine eher nicht, man kann sich zwar ganz bequem ausstrecken, aber eine ebene Liegefläche gibt es nicht. Es ist natürlich trotzdem gemütlich, im Trockenen zu sitzen bzw. zu liegen, ein ordentliches Rätsel zu lösen, ein Buch zu lesen oder Musik zu hören, während es draußen stürmt, rauscht und regnet. Die restlichen Details im Innenraum waren gewohnt Ford-mäßig, der Tempomat superpraktisch und die Luxusdetails auch angenehm. Mit der Platin-Collection von Queens 'Greatest Hits I+II+III' in der hervorragenden Soundanlage war das Reisen gleich noch eine Spur schöner.

Je nach Qualität der fast 100 echten Bilder werde ich mir überlegen, die Tour nochmal anzutreten, insgesamt 900km mit allen Seitenwegen, Abkürzungen, Abstechern und Falschfahrten. Es lohnt sich jedenfalls!
Achja, und neue Bilder gibt es natürlich auch schon...

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